Durch den technologischen Fortschritt verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit zunehmend. In unserem modernen Arbeitsleben stellt sich deshalb die Frage: Können wir Arbeit und Privatleben noch klar voneinander trennen oder müssen wir lernen, neue Grenzen zu ziehen? In diesem Artikel betrachten wir die Ergebnisse einer Michael-Page-Studie zur Work-Life-Balance, zeigen, welche Rolle Beziehungen am Arbeitsplatz spielen und warum ein bewusster Umgang mit den Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben wichtig sein kann.

Inhaltsverzeichnis

  1. Über die Studie: Working Life & Trennung von Berufs- und Privatleben
  2. Die Bedeutung von Beziehungen am Arbeitsplatz und außerhalb des Büros
  3. Gute Beziehungen am Arbeitsplatz als Produktivitätsfaktor
  4. Das Verhältnis zu Kollegen ist enger als zu Vorgesetzten
  5. Wie wichtig sind Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben?

Über die Studie: Working Life & Trennung von Berufs- und Privatleben

In einer im Juni 2018 durchgeführten Umfrage untersuchte Michael Page, wie stark berufliche und private soziale Kreise miteinander verbunden sind und welche Bedeutung Beziehungen am Arbeitsplatz für Beschäftigte haben. An der Umfrage nahmen 669 Personen in Deutschland teil.

Die damaligen Ergebnisse zeigen, dass gute Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten für viele Befragte eine wichtige Rolle spielten. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie viel Nähe zwischen Berufs- und Privatleben guttut und wann es sinnvoll ist, bewusst Grenzen zu ziehen. Gerade wenn berufliche Kontakte und Verpflichtungen zunehmend in die Freizeit hineinreichen, kann es schwieriger werden, nach der Arbeit vollständig abzuschalten.

Die Bedeutung von Beziehungen am Arbeitsplatz und außerhalb des Büros

Eine zentrale Erkenntnis der Studie von 2018 war, dass berufliche Kontakte bei vielen Befragten nicht am Ende des Arbeitstages aufhörten. Die unten stehende Grafik zeigt, dass mehr als zwei Drittel der Beschäftigten angaben, auch außerhalb der Arbeitszeit Kontakt zu Kollegen zu haben. Dieser Austausch erfolgte auf unterschiedliche Weise: 46 % der Befragten kommunizierten per Textnachrichten oder Anrufen über private Themen, 41 % trafen sich nach der Arbeit und 9 % unternahmen sogar gemeinsame Reisen mit Arbeitskollegen.

Diese Grafik zeigt, welche Aktivitäten Beschäftigte mit Kollegen oder Vorgesetzten außerhalb der Arbeit unternehmen. 46% tauschen sich über private Angelegenheiten mit Kollegen aus, 41% treffen sich nach der Arbeit, 19% gehen am Wochenende aus, 9% unternehmen gemeinsame Reisen. Im Vergleich dazu tauschen sich 19% mit Vorgesetzten über Privates aus, 20% treffen sich nach der Arbeit, 4% gehen am Wochenende aus, 4% unternehmen Reisen. 32% haben keinen Kontakt zu Kollegen außerhalb der Arbeit, 51% keinen Kontakt zu Vorgesetzten.

Wie stark berufliche Kontakte auch in der Freizeit gepflegt werden, kann sich je nach Lebensphase und persönlichen Präferenzen unterscheiden. Die damalige Befragung zeigte beispielsweise, dass jüngere Beschäftigte häufiger an Aktivitäten mit Kollegen außerhalb der Arbeitszeit teilnahmen. Bei älteren Arbeitnehmern, insbesondere ab 45 Jahren, war dies seltener der Fall.

Gute Beziehungen am Arbeitsplatz als Produktivitätsfaktor

Die Umfrage verdeutlichte außerdem, welche Bedeutung die Befragten einem guten Miteinander am Arbeitsplatz zuschrieben. 98 % der befragten Beschäftigten in Deutschland waren der Meinung, dass gute Beziehungen zu Kollegen ihre Produktivität positiv beeinflussen. 97 % sahen auch in einer guten Beziehung zum Vorgesetzten einen positiven Einfluss auf ihre Produktivität.

Eine Grafik, die zeigt, dass 98 % der Beschäftigten gute Beziehungen zu Kollegen und 97 % gute Beziehungen zu Vorgesetzten als förderlich für ihre Produktivität ansehen.

Das Wohlbefinden am Arbeitsplatz ist nicht nur eine Frage der Produktivität, sondern auch der persönlichen Zufriedenheit. Ein guter Austausch mit Kollegen kann Vertrauen schaffen, die Zusammenarbeit erleichtern und dazu beitragen, dass sich Beschäftigte im Team wohlfühlen.

Auch gemeinsame Veranstaltungen können dazu beitragen, Beziehungen innerhalb eines Teams zu stärken. Zum Zeitpunkt der Studie gaben 56 % der Befragten an, dass ihre Familien bereits Arbeitskollegen kennengelernt hatten. Gelegenheiten dafür können beispielsweise Weihnachtsfeiern, Sommerfeste oder andere gemeinsame Veranstaltungen sein.

Das Verhältnis zu Kollegen ist enger als zu Vorgesetzten

Die Ergebnisse der Umfrage zeigten zugleich deutliche Unterschiede zwischen den Beziehungen zu Kollegen und denen zu Vorgesetzten. Während viele Beschäftigte auch privat Kontakt zu gleichrangigen Kollegen pflegten, war die Beziehung zu Führungskräften häufig stärker auf das berufliche Umfeld beschränkt.

49 % der Befragten gaben damals an, auch in ihrer Freizeit Kontakt zu ihrem Vorgesetzten zu haben. Gleichzeitig bezeichneten 51 % ihre Kollegen als Freunde, während dies bei Vorgesetzten nur 14 % der Befragten angaben.

Dieser Unterschied zeigt, dass trotz enger Zusammenarbeit eine gewisse Distanz zwischen Beschäftigten und Führungskräften bestehen kann. 19 % der Befragten besprachen private Themen mit ihren Vorgesetzten. Auch gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Arbeitsplatzes waren laut der damaligen Befragung deutlich seltener als mit Kollegen.

Diese Grafik zeigt, dass 51 % der Beschäftigten sich mit ihren Kollegen anfreunden und 14 % ihre Vorgesetzten als Freunde bezeichnen.

Wie wichtig sind Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben?

Gute Beziehungen zu Kollegen können den Arbeitsalltag bereichern und zu einem angenehmen Arbeitsumfeld beitragen. Gleichzeitig ist es nicht für jeden Beschäftigten gleichermaßen wichtig oder wünschenswert, berufliche Kontakte auch in das Privatleben zu integrieren. Entscheidend ist daher, eine Balance zu finden, die zu den eigenen Bedürfnissen passt.

Gerade durch digitale Kommunikationskanäle ist es heute leicht möglich, auch nach Feierabend mit Kollegen und Vorgesetzten in Kontakt zu bleiben. Umso wichtiger kann es sein, bewusst Zeiten einzuplanen, in denen berufliche Nachrichten und Verpflichtungen ruhen. Klare Absprachen zur Erreichbarkeit, regelmäßige Pausen und ausreichend Zeit für Familie, Freunde und persönliche Interessen können dabei helfen, Beruf und Privatleben besser miteinander zu vereinbaren.

Letztlich gibt es keine allgemeingültige Grenze zwischen Arbeits- und Privatleben. Während einige Menschen enge Freundschaften mit Kollegen schätzen, möchten andere beide Bereiche stärker voneinander trennen. Wichtig ist, die eigenen Bedürfnisse zu kennen und Grenzen so zu setzen, dass Arbeit, soziale Beziehungen und Erholung miteinander vereinbar bleiben.

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