Wenn Sie darüber nachdenken, Ihren Job zu kündigen, sind Sie damit nicht allein. Ein Jobwechsel gehört zum Berufsleben dazu, z. B. wenn sich persönliche Ziele und Prioritäten verändern oder sich neue berufliche Chancen ergeben.

Eine Kündigung umfasst jedoch mehr als nur die Information an Ihre Führungskraft. Mit einem Kündigungsschreiben erklären Sie formell, dass Sie Ihr Arbeitsverhältnis beenden möchten. Dabei sollten Sie auf eine klare Formulierung, die richtige Kündigungsfrist und die gesetzlichen Formvorgaben achten.

Wenn Sie sich fragen, wie man eine Kündigung schreibt oder nach einer Vorlage für ein Kündigungsschreiben suchen, finden Sie in diesem Leitfaden die wichtigsten Informationen und Beispiele.

Was Sie in diesem Leitfaden erfahren

  1. Warum ein Kündigungsschreiben wichtig ist
  2. So teilen Sie Ihre Kündigung mit
  3. Welche Kündigungsfrist gilt?
  4. Aufbau eines Kündigungsschreibens: Die wichtigsten Angaben
  5. Form und Zustellung der Kündigung
  6. Kündigungsschreiben: Vorlagen und Beispiele
  7. Wichtige Schritte beim Offboarding
  8. Den eigenen Marktwert vor dem nächsten Karriereschritt kennen
  9. Häufig gestellte Fragen zur Kündigung

Warum ein Kündigungsschreiben wichtig ist

Ein professionell formulierter Abschied trägt dazu bei, das Arbeitsverhältnis respektvoll zu beenden. Wenn Sie noch überlegen, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel ist, erfahren Sie in unserem Beitrag zum richtigen Zeitpunkt für einen Karrierewechsel mehr.

Ein Kündigungsschreiben ist aus mehreren Gründen wichtig:

  • Formelle Erklärung: Sie erklären eindeutig, dass Sie Ihr Arbeitsverhältnis beenden möchten.
  • Klare Kommunikation: Sie können den gewünschten Beendigungstermin beziehungsweise den nächstmöglichen Kündigungstermin nennen.
  • Rechtliche Anforderungen: In Deutschland muss die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses schriftlich erfolgen. Eine Kündigung per E-Mail, SMS oder Messenger erfüllt diese gesetzliche Schriftform nicht.
  • Professioneller Abschluss: Eine sachliche und respektvolle Kommunikation kann dabei helfen, die berufliche Beziehung positiv zu beenden.

So teilen Sie Ihre Kündigung mit

Wenn Sie eine neue Stelle angenommen haben oder bereit für den nächsten Karriereschritt sind, sollten Sie Ihre Kündigung gut vorbereiten. Ein persönliches Gespräch mit Ihrer Führungskraft kann ein respektvoller erster Schritt sein.

Das sollten Sie beachten:

  • Informieren Sie möglichst zuerst Ihre Führungskraft, bevor Sie Kollegen über Ihre Entscheidung informieren.
  • Führen Sie nach Möglichkeit ein persönliches Gespräch oder bei Remote Work einen Video-Call.
  • Kommunizieren Sie Ihre Entscheidung klar und direkt.
  • Bleiben Sie sachlich und professionell, auch wenn die Gründe für Ihre Kündigung negativ sind.
  • Prüfen Sie Ihren Arbeitsvertrag und gegebenenfalls einen anwendbaren Tarifvertrag auf Kündigungsfristen und weitere Vorgaben.
  • Reichen Sie anschließend die formgerechte schriftliche Kündigung ein.

Wichtig: Das persönliche Gespräch ersetzt die schriftliche Kündigung nicht. Nach deutschem Recht muss die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses schriftlich erfolgen.

Welche Kündigungsfrist gilt?

Bevor Sie kündigen, sollten Sie prüfen, welche Kündigungsfrist für Ihr Arbeitsverhältnis gilt. Maßgeblich können Ihr Arbeitsvertrag, ein Tarifvertrag und die gesetzlichen Regelungen sein.

Für Arbeitnehmer sieht § 622 BGB grundsätzlich eine gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats vor. Während einer vereinbarten Probezeit von höchstens sechs Monaten beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist zwei Wochen.

Vertragliche oder tarifvertragliche Regelungen können davon abweichen. Prüfen Sie deshalb immer die für Ihr Arbeitsverhältnis geltenden Vereinbarungen.

Beachten Sie insbesondere:

  • Prüfen Sie zunächst Ihren Arbeitsvertrag.
  • Prüfen Sie, ob ein Tarifvertrag Anwendung findet.
  • Beachten Sie die gesetzlichen Kündigungsfristen, wenn keine abweichende Regelung greift.
  • Berücksichtigen Sie Besonderheiten bei Probezeit oder befristeten Arbeitsverhältnissen.

Wenn Sie vor Ablauf Ihrer regulären Kündigungsfrist aus dem Unternehmen ausscheiden möchten, können Sie mit Ihrem Arbeitgeber über eine einvernehmliche Lösung sprechen. Ob und zu welchem Termin das Arbeitsverhältnis früher beendet werden kann, muss im Einzelfall geklärt werden.

Aufbau eines Kündigungsschreibens: Die wichtigsten Angaben

Ein Kündigungsschreiben muss nicht lang sein. Wichtig ist vor allem, dass Ihre Erklärung eindeutig ist.

  • Absender und Empfänger: Geben Sie Ihre Kontaktdaten und die vollständigen Daten des Arbeitgebers an.
  • Datum: Versehen Sie das Schreiben mit dem aktuellen Datum.
  • Betreff: Verwenden Sie beispielsweise „Kündigung meines Arbeitsverhältnisses“.
  • Eindeutige Kündigung: Schreiben Sie klar, dass Sie Ihr Arbeitsverhältnis kündigen.
  • Beendigungstermin: Nennen Sie den gewünschten Termin oder kündigen Sie hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.
  • Optionaler Dank: Sie können sich kurz für die Zusammenarbeit bedanken.
  • Übergabe: Wenn Sie möchten, können Sie Ihre Unterstützung bei einer strukturierten Übergabe anbieten.
  • Unterschrift: Unterschreiben Sie das Kündigungsschreiben eigenhändig.

Form und Zustellung der Kündigung

Eine wichtige Besonderheit in Deutschland ist die gesetzliche Schriftform. Nach § 623 BGB ist die elektronische Form bei der Kündigung eines Arbeitsverhältnisses ausgeschlossen.

Das bedeutet: Eine Kündigung ausschließlich per E-Mail, SMS, WhatsApp oder über ein anderes elektronisches Kommunikationsmittel ist grundsätzlich nicht ausreichend.

Entscheidend ist außerdem, dass die Kündigung dem Arbeitgeber rechtzeitig zugeht. Planen Sie deshalb ausreichend Zeit für die Zustellung ein.

Bei Unsicherheit über Form, Frist oder Zugang Ihrer Kündigung kann eine arbeitsrechtliche Beratung sinnvoll sein.

Kündigungsschreiben: Vorlagen und Beispiele

Ein Kündigungsschreiben sollte klar und möglichst knapp formuliert sein. Persönliche Gründe oder ausführliche Erklärungen sind für eine gewöhnliche Eigenkündigung in der Regel nicht notwendig.

Die folgenden Vorlagen können Sie an Ihre persönliche Situation anpassen.

Beispiel für ein Kündigungsschreiben

1. Standardvorlage für ein Kündigungsschreiben

Sehr geehrte/r [Name],

hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis als [Berufsbezeichnung] bei [Firmenname] fristgerecht zum [Datum], hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Ich bedanke mich für die Zusammenarbeit und die Erfahrungen, die ich während meiner Zeit bei [Firmenname] sammeln konnte.

Gerne unterstütze ich während meiner verbleibenden Zeit bei einer strukturierten Übergabe meiner Aufgaben.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieser Kündigung sowie den Beendigungstermin schriftlich.

Mit freundlichen Grüßen
[Eigenhändige Unterschrift]
[Ihr Name]

2. Kündigungsschreiben bei beruflicher Neuorientierung

Sehr geehrte/r [Name],

hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis als [Berufsbezeichnung] bei [Firmenname] fristgerecht zum [Datum], hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Nach sorgfältiger Überlegung habe ich mich entschieden, mich beruflich neu zu orientieren und einen nächsten Karriereschritt zu gehen.

Für die Möglichkeiten und Erfahrungen während meiner Zeit bei [Firmenname] möchte ich mich bedanken.

Bis zu meinem Ausscheiden werde ich meine Aufgaben selbstverständlich sorgfältig übergeben.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt meiner Kündigung und den Beendigungstermin schriftlich.

Mit freundlichen Grüßen
[Eigenhändige Unterschrift]
[Ihr Name]

3. Kündigungsschreiben aus persönlichen Gründen

Sehr geehrte/r [Name],

hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis als [Berufsbezeichnung] bei [Firmenname] fristgerecht zum [Datum], hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Ich habe mich aus persönlichen Gründen dazu entschieden, meine Tätigkeit bei [Firmenname] zu beenden.

Ich bedanke mich für die Zusammenarbeit und die Erfahrungen, die ich während meiner Zeit im Unternehmen sammeln durfte.

Gerne unterstütze ich bei einer geordneten Übergabe meiner Aufgaben.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt meiner Kündigung sowie den Beendigungstermin schriftlich.

Mit freundlichen Grüßen
[Eigenhändige Unterschrift]
[Ihr Name]

4. Kündigungsschreiben bei frühzeitiger Ankündigung

Sehr geehrte/r [Name],

hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis bei [Firmenname] fristgerecht zum [Datum], hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Da mir eine gute Übergabe meiner Aufgaben wichtig ist, möchte ich Sie möglichst frühzeitig über meine Entscheidung informieren.

Ich bedanke mich für die Zusammenarbeit und werde die verbleibende Zeit nutzen, um meine Aufgaben und laufenden Projekte strukturiert zu übergeben.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt meiner Kündigung sowie den Beendigungstermin schriftlich.

Mit freundlichen Grüßen
[Eigenhändige Unterschrift]
[Ihr Name]

5. Kündigungsschreiben, wenn die Position nicht mehr passt

Sehr geehrte/r [Name],

hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis als [Berufsbezeichnung] bei [Firmenname] fristgerecht zum [Datum], hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Nach sorgfältiger Überlegung habe ich mich entschieden, mich beruflich neu zu orientieren.

Vielen Dank für die Zusammenarbeit und die Erfahrungen, die ich bei [Firmenname] sammeln konnte.

Bis zu meinem Ausscheiden unterstütze ich gerne bei einer strukturierten Übergabe meiner Aufgaben.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt meiner Kündigung und den Beendigungstermin schriftlich.

Mit freundlichen Grüßen
[Eigenhändige Unterschrift]
[Ihr Name]

6. Persönlicher formuliertes Kündigungsschreiben

Hallo [Name],

hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis als [Berufsbezeichnung] bei [Firmenname] fristgerecht zum [Datum], hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Diese Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen, aber sie ist für mich der richtige nächste Schritt. Ich bin dankbar für die gemeinsame Zeit und für vieles, was ich hier lernen konnte.

Bis zu meinem Ausscheiden werde ich meine Aufgaben sorgfältig übergeben und einen möglichst reibungslosen Übergang unterstützen.

Bitte bestätige mir den Erhalt meiner Kündigung und den Beendigungstermin schriftlich.

Beste Grüße
[Eigenhändige Unterschrift]
[Ihr Name]

Wichtige Schritte beim Offboarding

Vor Ihrem letzten Arbeitstag sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber beziehungsweise der Personalabteilung offene organisatorische Punkte klären.

  • Bereiten Sie eine strukturierte Übergabe Ihrer laufenden Aufgaben und Projekte vor.
  • Geben Sie Arbeitsmittel wie Laptop, Smartphone, Schlüssel oder Zugangskarten zurück.
  • Klären Sie offene Urlaubsansprüche und weitere organisatorische Fragen.
  • Prüfen Sie Ihre abschließenden Unterlagen und Abrechnungen.
  • Fragen Sie gegebenenfalls nach einem Arbeitszeugnis.

Entfernen Sie private Daten nur im Rahmen der Vorgaben Ihres Unternehmens und löschen Sie keine geschäftlichen Daten, Dokumente oder Informationen, die dem Arbeitgeber gehören.

Den eigenen Marktwert vor dem nächsten Karriereschritt kennen

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Häufig gestellte Fragen zur Kündigung

Kann ich mein Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung kündigen?

Eine ordentliche Kündigung beendet das Arbeitsverhältnis grundsätzlich erst nach Ablauf der geltenden Kündigungsfrist.

Eine sofortige Beendigung kann beispielsweise möglich sein, wenn sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf eine entsprechende Beendigung einigen. Für eine außerordentliche fristlose Kündigung gelten dagegen besondere rechtliche Voraussetzungen.

Wenn Sie Ihr Arbeitsverhältnis ohne Einhaltung der Kündigungsfrist beenden möchten, sollten Sie die konkrete Situation deshalb rechtlich prüfen lassen.

Welche Kündigungsfrist gilt für mich?

Prüfen Sie zunächst Ihren Arbeitsvertrag und gegebenenfalls einen geltenden Tarifvertrag. Fehlt eine abweichende Regelung, können die gesetzlichen Kündigungsfristen nach § 622 BGB maßgeblich sein.

Für Arbeitnehmer beträgt die gesetzliche Grundfrist grundsätzlich vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. In einer vereinbarten Probezeit von höchstens sechs Monaten kann mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden.

Kann ich per E-Mail kündigen?

Nein. Für die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses schreibt § 623 BGB die Schriftform vor. Die elektronische Form ist ausdrücklich ausgeschlossen. Eine ausschließlich per E-Mail übermittelte Kündigung erfüllt diese Voraussetzung daher nicht.

Muss ich meine Kündigung begründen?

Bei einer gewöhnlichen Eigenkündigung müssen Sie grundsätzlich keinen ausführlichen Kündigungsgrund in das Schreiben aufnehmen. Sie können sich auf die eindeutige Kündigungserklärung und den Beendigungstermin konzentrieren.

Wenn Sie Ihre Gründe mit Ihrer Führungskraft besprechen möchten, können Sie dies unabhängig vom eigentlichen Kündigungsschreiben tun.

Muss mein Arbeitgeber den Erhalt der Kündigung bestätigen?

Sie können in Ihrem Schreiben um eine schriftliche Bestätigung des Erhalts und des Beendigungstermins bitten. Für die Wirksamkeit der Kündigung kommt es jedoch insbesondere darauf an, dass Ihre formgerechte Kündigung dem Arbeitgeber zugeht.

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