Gen Z auf dem Arbeitsmarkt: So gewinnen und binden Sie junge Talente

Personen arbeiten in einem Büro an Laptops.
August 20268 Minuten Lesezeit

Die Generation Z prägt den Arbeitsmarkt schon heute und ihr Einfluss wächst weiter. Bis 2025 wird sie etwas mehr als ein Viertel der Erwerbsbevölkerung in den OECD-Ländern ausmachen. Diese Generation legt Wert auf soziale Verantwortung, Vielfalt und Chancengleichheit. Für Arbeitgeber stellt sich deshalb eine wichtige Frage: Wie lassen sich die Erwartungen der Gen Z verstehen und junge Talente langfristig gewinnen?

Talent Trends, die globale Studie von Michael Page mit fast 50.000 Teilnehmern im Jahr 2024, liefert dazu wertvolle Einblicke. Wer heute junge Talente verstehen will, investiert in die Zukunft des Unternehmens.

Wer ist die Gen Z?

Zur Generation Z gehören Menschen, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurden. Die auch als Zoomers bekannte Generation folgt auf die Millennials und geht der Generation Alpha voraus.

Die Gen Z ist die erste Generation, die mit Smartphones, Tablets und sozialen Medien aufgewachsen ist. In Europa gilt sie als die kulturell vielfältigste und am besten ausgebildete Generation. Gleichzeitig sorgen eine alternde Bevölkerung und niedrige Geburtenraten dafür, dass junge Fachkräfte knapper werden als in vielen anderen Regionen der Welt.

Für Arbeitgeber bedeutet das: Junge Talente werden zunehmend gefragter. Wer sie gewinnen möchte, sollte frühzeitig auf ihre Erwartungen eingehen und überzeugende Entwicklungsperspektiven bieten.
Sie möchten mehr über aktuelle Talenttrends und Entwicklungen auf dem europäischen Arbeitsmarkt erfahren? Unsere Talent Trends Studie 2024 bietet umfassende Einblicke und aktuelle Daten.

Wie sich die Berufswahl der Gen Z verändert

Beim Blick auf die Arbeitswelt zeigen sich einige interessante Unterschiede zwischen der Gen Z und älteren Arbeitnehmergenerationen:

  • 16 % der Gen Z arbeiten mit befristeten oder freiberuflichen Verträgen, gegenüber 8 % der 30- bis 64-Jährigen.
  • Die Fertigungsindustrie verliert an Attraktivität. Während mehr als 23 % der 40- bis 64-Jährigen in Industrie oder Produktion tätig sind, liegt dieser Anteil bei der Gen Z bei knapp über 11 %.
  • Das Gesundheitswesen gewinnt an Bedeutung. 19 % der Gen Z arbeiten in dieser Branche, verglichen mit rund 12 % der älteren Altersgruppen.

Was die Gen Z bei der Arbeit motiviert

Gehalt bleibt wichtig, Flexibilität ebenso

Ein wettbewerbsfähiges Gehalt gehört für die Gen Z zu den wichtigsten Kriterien bei der Jobsuche.

  • 22 % nennen das Gehalt als wichtigstes Entscheidungskriterium, gegenüber 12 % der über 50-Jährigen.
  • 44 % haben sich nach einer neuen Stelle umgesehen, weil sie mit ihrer Vergütung unzufrieden waren.

Daneben spielen weitere Faktoren eine wichtige Rolle:

  • 30 % wünschen sich mehr Flexibilität bei der Gestaltung ihrer Arbeitszeit, gegenüber 8 % der 50- bis 64-Jährigen.
  • 28 % sind mit ihrer Work-Life-Balance unzufrieden, gegenüber 14 % der älteren Arbeitnehmer.
    Zeit im Büro bleibt wertvoll
  • 40 % der Gen-Z-Beschäftigten verbringen heute mehr Zeit im Büro als noch vor zwölf Monaten. Viele entscheiden sich bewusst dafür, weil sie darin Vorteile für ihre Entwicklung sehen.
  • 17 % möchten stärker von Kolleginnen und Kollegen lernen.
  • 21 % halten die Arbeit im Büro für förderlich für ihre berufliche Entwicklung.
  • 17 % fühlen sich im Homeoffice isoliert.

Für viele junge Talente bleibt das Büro ein wichtiger Ort für Austausch, Lernen und Zusammenarbeit.

Wohlbefinden steht ganz oben auf der Prioritätenliste

Psychische Gesundheit und Work-Life-Balance gehören zu den wichtigsten Themen für die Gen Z.
Auf die Frage nach der wichtigsten Priorität im Berufsleben nennen:

  • 27 % die psychische Gesundheit.
  • 22 % ein angemessenes Gehalt.
  • 21 % die Zufriedenheit im Job.
  • 19 % die Work-Life-Balance.

Bei älteren Arbeitnehmern zeigt sich ein anderes Bild. Dort steht häufiger die allgemeine Arbeitszufriedenheit an erster Stelle.

Moderne Technologien werden vorausgesetzt

Die Gen Z nutzt digitale Tools selbstverständlich im Arbeitsalltag und erwartet Technologien, die ihre Arbeit effizienter machen. Plattformen wie Slack, Google Workspace oder Microsoft Teams gehören für viele zum Standard.
Auch beim Thema Künstliche Intelligenz zeigt sich eine hohe Offenheit:

  • 40 % nutzen bereits KI-Anwendungen im Arbeitsalltag.
  • 60 % erwarten, dass KI ihre zukünftige Karriere beeinflussen wird.

Unternehmen, die moderne Technologien bereitstellen und sinnvoll einsetzen, können ihre Attraktivität für junge Talente erhöhen.
 

Eigenschaften von Mitarbeitern der Gen Z am Arbeitsplatz

So gewinnen Sie Gen-Z-Talente

Klassische Recruiting-Ansätze reichen oft nicht mehr aus, um Gen-Z-Talente zu erreichen. Erfolgreiche Arbeitgeber passen ihre Strategie an die Erwartungen dieser Generation an und kommunizieren klar, wofür sie stehen.

Ein gutes Beispiel ist Lacoste. Das Unternehmen vermittelt auf seiner Karrierewebsite authentische Einblicke in Unternehmenskultur, Werte, Entwicklungsmöglichkeiten und Benefits. Echte Mitarbeitereinblicke und nachvollziehbare Fakten schaffen Vertrauen und machen die Arbeitgebermarke greifbarer.

Besonders wichtig sind dabei folgende Faktoren:

1. Sichtbare und glaubwürdige DE&I-Initiativen

Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion spielen für die Gen Z eine wichtige Rolle.
17 % nennen die Beseitigung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles als zentrales Anliegen. Gleichzeitig wünschen sich viele junge Talente stärkere Maßnahmen für die Inklusion der LGBTQIA+-Community.
Die Gen Z erwartet sichtbare Fortschritte statt reiner Absichtserklärungen. Deshalb sollten DE&I-Maßnahmen nachvollziehbar, messbar und im Arbeitsalltag erlebbar sein.
Zudem berichten 19 % der Befragten von Diskriminierungserfahrungen aufgrund ihrer Religion oder ihres Glaubens. Das zeigt, wie wichtig eine inklusive Unternehmenskultur bleibt.

2. Ein klares Bekenntnis zu sozialer Verantwortung

Junge Talente möchten für Unternehmen arbeiten, deren Werte mit ihren eigenen übereinstimmen.
Ein glaubwürdiges Engagement für Umwelt, Gesellschaft und Gemeinschaft kann deshalb ein wichtiger Wettbewerbsvorteil sein. Unternehmen sollten ihre Aktivitäten transparent kommunizieren und Erfolge sichtbar machen, beispielsweise über Social Media oder Karrierekanäle.
62 % der Gen-Z-Beschäftigten entscheiden sich bevorzugt für Arbeitgeber, deren Werte sie teilen.

3. Flexible Arbeitsmodelle

Flexible Arbeitsbedingungen gehören zu den wichtigsten Entscheidungskriterien bei der Arbeitgeberwahl.
Dazu zählen unter anderem:

  • Remote Work
  • Hybride Arbeitsmodelle
  • Gleitzeit
  • Jobsharing
  • Teilzeitmodelle
  • Flexible Arbeitswochen

50 % der Gen Z zählen flexible Arbeitsregelungen zu den drei wichtigsten Faktoren bei der Entscheidung für ein Jobangebot.

4. Benefits mit echtem Mehrwert

Zusatzleistungen können den Unterschied machen, wenn Talente zwischen mehreren Angeboten wählen.
10 % der Befragten haben ihre Jobsuche begonnen, weil sie mit ihren nicht finanziellen Leistungen unzufrieden waren.
Besonders geschätzt werden:

  • Fitnessstudio-Mitgliedschaften
  • Finanzielle Beratung
  • Weiterbildungsangebote
  • Unterstützung der psychischen Gesundheit, beispielsweise durch Employee-Assistance-Programme (EAP)

So binden Sie Mitarbeiter der Gen Z langfristig

Die Erwartungen der Gen Z enden nicht nach der Vertragsunterschrift. Wer junge Talente langfristig halten möchte, sollte vom ersten Tag an die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.

1. Digitales Onboarding anbieten

Ein moderner Onboarding-Prozess sollte digitale Lernformate selbstverständlich integrieren. Online-Plattformen, Videos und interaktive Trainings helfen dabei, neue Mitarbeitende schnell und effektiv einzuarbeiten.

2. Auf Feedback, Anerkennung und Transparenz setzen

Die Gen Z legt Wert auf offene Kommunikation und ehrliches Feedback.
Klare Erwartungen, regelmäßige Gespräche und zeitnahe Rückmeldungen schaffen Orientierung. Erfolge sollten sichtbar anerkannt werden, sei es durch Entwicklungsmöglichkeiten, Beförderungen oder öffentliche Wertschätzung.

3. Entwicklungsmöglichkeiten schaffen

Karriereentwicklung spielt für die Gen Z eine zentrale Rolle.
30 % betrachten Lernen und Weiterentwicklung als wichtigen Teil der Unternehmenskultur.
26 % haben sich aufgrund fehlender Weiterbildungsmöglichkeiten nach einem neuen Job umgesehen.
Investitionen in Weiterbildungsangebote fördern nicht nur die Zufriedenheit der Mitarbeitenden, sondern stärken auch die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.
Fazit: Die Gen Z als Chance für die Zukunft

Wer die Gen Z gewinnen möchte, sollte verstehen, was sie antreibt. Flexibilität, Entwicklungsmöglichkeiten, Wohlbefinden und eine inklusive Unternehmenskultur gehören für viele junge Talente zu den wichtigsten Entscheidungskriterien.
Gleichzeitig schätzen sie moderne Technologien, transparente Kommunikation und Arbeitgeber, die Verantwortung übernehmen.
Unternehmen, die diese Erwartungen ernst nehmen, erhöhen ihre Chancen, qualifizierte junge Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden.

Sie möchten junge Talente gewinnen und langfristig halten? Wir unterstützen Sie mit Marktkenntnissen, lokalen Einblicken und praxisnaher Beratung.

Erfolgreich mit Mitarbeitern der Gen Z zusammenarbeiten

Wie jede Generation bringt auch die Gen Z eigene Erwartungen und Prioritäten mit. Diese Punkte können dabei helfen, eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu fördern:

  • Respektieren Sie die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Planen Sie Meetings innerhalb der Arbeitszeit und erwarten Sie keine ständige Erreichbarkeit.
  • Geben Sie jungen Mitarbeitenden die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und sich sichtbar einzubringen.
  • Fördern Sie Zusammenarbeit und Wissensaustausch innerhalb von Teams.
  • Stellen Sie moderne Technologien und flexible Arbeitsmöglichkeiten bereit.

Was erwartet die Gen Z von einem Arbeitgeber?

Die Gen Z sucht Arbeitgeber, die mehr bieten als einen sicheren Arbeitsplatz. Besonders wichtig sind:

  • Sinnstiftende Aufgaben
  • Eine positive Unternehmenskultur
  • Weiterbildung und Entwicklungsmöglichkeiten
  • Flexible Arbeitsbedingungen
  • Eine gesunde Work-Life-Balance
  • Vielfalt und Inklusion
  • Moderne Technologien und digitale Arbeitsweisen

Unternehmen, die diese Faktoren glaubwürdig in den Arbeitsalltag integrieren, schaffen eine starke Grundlage, um junge Talente zu gewinnen und langfristig zu binden.

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