Die Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt verändern sich. Neue Technologien, Künstliche Intelligenz und veränderte Arbeitsweisen führen dazu, dass sich auch die gefragten Fähigkeiten weiterentwickeln. Laut dem Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum sehen 63 % der befragten Arbeitgeber Qualifikationslücken als ein wesentliches Hindernis für die Transformation ihrer Unternehmen.

Umso wichtiger ist es, die eigenen Kompetenzen regelmäßig zu überprüfen und gezielt weiterzuentwickeln. Genau darum geht es beim Upskilling: Sie bauen vorhandene Fähigkeiten aus oder erwerben zusätzliche Kenntnisse, die Sie in Ihrer aktuellen Position oder für den nächsten Karriereschritt einsetzen können.

Doch welche Fähigkeiten sollten Sie weiterentwickeln und wie lässt sich Weiterbildung sinnvoll in den Berufsalltag integrieren? Mit diesen Schritten entwickeln Sie einen persönlichen Upskilling-Plan.

Was bedeutet Upskilling?

Upskilling bedeutet, bestehende Kompetenzen gezielt zu erweitern oder zu vertiefen. Das kann beispielsweise bedeuten, neue Software- und Toolkenntnisse aufzubauen, eine zusätzliche Qualifikation zu erwerben oder Soft Skills und Führungskompetenzen weiterzuentwickeln.

Davon zu unterscheiden ist Reskilling. Während Sie beim Upskilling Fähigkeiten für Ihr bestehendes oder ein verwandtes Tätigkeitsfeld ausbauen, geht es beim Reskilling stärker darum, Kompetenzen für einen neuen Aufgabenbereich oder Beruf zu erwerben.

Beide Formen der Weiterbildung können relevant sein, wenn sich Anforderungen innerhalb eines Berufs verändern oder Sie sich beruflich neu orientieren möchten.

Die richtigen Schwerpunkte für Ihre Weiterbildung erkennen

Der erste Schritt besteht darin, herauszufinden, welche Kompetenzen Sie tatsächlich ausbauen möchten. Welche Fähigkeiten relevant sind, hängt von Ihrer Position, Ihrer Branche, Ihrer bisherigen Erfahrung und Ihren Karriereplänen ab.

Prüfen Sie aktuelle Stellenanzeigen für Positionen, die Sie interessieren. Welche Hard Skills, Soft Skills, Qualifikationen und Software- und Toolkenntnisse werden regelmäßig genannt? Vergleichen Sie diese Anforderungen anschließend mit Ihrem eigenen Profil.

Folgende Kompetenzbereiche können dabei eine Orientierung bieten:

  • Soft Skills: Dazu gehören beispielsweise Kommunikation, Teamarbeit, Zeitmanagement, Anpassungsfähigkeit, Konfliktlösung und analytisches Denken. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag über Soft Skills als Schlüsselqualifikationen für die Karriere.
  • Digitale und technische Kompetenzen: Je nach Beruf können beispielsweise Datenanalyse, Künstliche Intelligenz, Programmierung, Automatisierung, Cybersecurity oder bestimmte Software- und Toolkenntnisse relevant sein.
  • Führungskompetenzen: Wer bereits Verantwortung übernimmt oder eine Führungsposition anstrebt, kann unter anderem Entscheidungsfähigkeit, Kommunikation, Delegation, Konfliktmanagement und die Fähigkeit, konstruktives Feedback zu geben, weiterentwickeln.
  • Branchenspezifische Kompetenzen: In vielen Berufen sind bestimmte Fachkenntnisse, Zertifizierungen oder regulatorische Kenntnisse entscheidend. Welche Qualifikationen relevant sind, sollten Sie deshalb immer anhand Ihres konkreten Berufsfeldes prüfen.

Auch der Blick auf übergreifende Entwicklungen kann hilfreich sein. Das World Economic Forum zählt unter anderem AI und Big Data sowie Netzwerke und Cybersecurity zu den Kompetenzbereichen, deren Bedeutung bis 2030 besonders stark zunehmen dürfte. Gleichzeitig bleiben menschliche Fähigkeiten wie analytisches Denken, Resilienz, Führung und Zusammenarbeit wichtig.

Entwickeln Sie einen konkreten Upskilling-Plan

Sobald Sie wissen, welche Kompetenzen Sie weiterentwickeln möchten, sollten Sie daraus konkrete Lernziele ableiten. Versuchen Sie nicht, möglichst viele Fähigkeiten gleichzeitig aufzubauen. Konzentrieren Sie sich zunächst auf die Kompetenzen, die für Ihre beruflichen Ziele den größten Nutzen haben.

Ein konkretes Ziel könnte beispielsweise lauten:

  • eine bestimmte Software sicher anwenden können
  • Kenntnisse in Künstlicher Intelligenz oder Datenanalyse aufbauen
  • eine relevante Zertifizierung erwerben
  • Präsentations- oder Kommunikationsfähigkeiten verbessern
  • erste Führungserfahrung sammeln

Legen Sie anschließend fest, bis wann Sie Ihr Ziel erreichen möchten und wie viel Zeit Sie regelmäßig für Ihre Weiterbildung einplanen können.

Finden Sie die passende Form der Weiterbildung

Weiterbildung muss nicht zwangsläufig aus einem mehrmonatigen Kurs bestehen. Welche Lernform sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Fähigkeit Sie entwickeln möchten und wie Sie am besten lernen.

Mögliche Wege für Ihr Upskilling sind beispielsweise:

  • Präsenz- oder Online-Kurse
  • berufliche Zertifizierungen
  • Webinare und Fachveranstaltungen
  • Fachbücher, Podcasts und Lernvideos
  • praktische Projekte im eigenen Unternehmen
  • Mentoring oder Coaching
  • Austausch mit erfahrenen Kollegen und Fachleuten aus Ihrer Branche

Für viele technische Kompetenzen bieten sich praktische Übungen besonders an. Wenn Sie beispielsweise eine neue Software, Programmiersprache oder KI-Anwendung lernen möchten, sollten Sie das erworbene Wissen möglichst früh in konkreten Aufgaben oder eigenen Projekten einsetzen.

Nutzen Sie Weiterbildungsmöglichkeiten im aktuellen Job

Neue Fähigkeiten müssen Sie nicht ausschließlich außerhalb Ihrer Arbeitszeit entwickeln. Prüfen Sie, welche Möglichkeiten Ihr aktueller Arbeitgeber bietet.

Vielleicht können Sie an einem neuen Projekt mitarbeiten, zusätzliche Aufgaben übernehmen, Kollegen aus einem anderen Fachbereich begleiten oder an einer internen Weiterbildung teilnehmen. Auch sogenannte Stretch Assignments, also Aufgaben, die etwas über Ihren bisherigen Verantwortungsbereich hinausgehen, können Ihnen helfen, neue Kompetenzen praktisch aufzubauen.

Sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten darüber, in welche Richtung Sie sich entwickeln möchten und welche Möglichkeiten es dafür innerhalb des Unternehmens gibt.

Soft Skills gezielt weiterentwickeln

Upskilling betrifft nicht nur fachliche oder technische Kenntnisse. Auch Soft Skills lassen sich gezielt trainieren.

Wenn Sie beispielsweise Ihre Präsentationsfähigkeiten verbessern möchten, suchen Sie aktiv nach Gelegenheiten, Ergebnisse vorzustellen. Möchten Sie Führungskompetenzen entwickeln, können Sie die Verantwortung für ein Projekt übernehmen oder neue Kollegen unterstützen. Kommunikations- und Konfliktfähigkeit lassen sich wiederum besonders gut durch praktische Erfahrung, Feedback, Mentoring oder Coaching weiterentwickeln.

Entscheidend ist, dass Sie die gewünschte Fähigkeit nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern regelmäßig anwenden.

Fortschritte dokumentieren

Überprüfen Sie regelmäßig, wie sich Ihre Fähigkeiten entwickeln. Dokumentieren Sie abgeschlossene Kurse, Zertifizierungen, Projekte und neue Aufgaben. Halten Sie außerdem fest, wo Sie Ihr neues Wissen bereits erfolgreich eingesetzt haben.

Das hilft Ihnen nicht nur dabei, Ihren eigenen Fortschritt zu erkennen. Konkrete Beispiele können später auch für Ihren Lebenslauf und im Vorstellungsgespräch wertvoll sein.

Statt lediglich anzugeben, dass Sie eine bestimmte Fähigkeit besitzen, können Sie zeigen, wie Sie diese praktisch eingesetzt und welches Ergebnis Sie damit erzielt haben.

Welche Fähigkeiten sollten Sie als Nächstes entwickeln?

Beim Upskilling geht es nicht darum, jedem neuen Trend zu folgen. Entscheidend ist die Verbindung zwischen Ihrer bisherigen Erfahrung, den Anforderungen Ihres Berufs und Ihren persönlichen Karrierezielen.

Beobachten Sie deshalb regelmäßig, wie sich Ihr Fachgebiet verändert. Analysieren Sie Stellenanzeigen, sprechen Sie mit Menschen aus Ihrer Branche und prüfen Sie, welche Kompetenzen bei interessanten Positionen besonders häufig gefragt sind.

So investieren Sie Ihre Zeit gezielt in Fähigkeiten, die Ihre berufliche Entwicklung tatsächlich unterstützen.

Sie möchten herausfinden, welche Kompetenzen aktuell für interessante Positionen gefragt sind? Werfen Sie einen Blick auf unsere Stellenangebote und vergleichen Sie die Anforderungen mit Ihrem Profil.

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