Die ersten 90 Tage im neuen Job sind eine wichtige Phase. Sie lernen das Unternehmen, Ihre neuen Aufgaben, Prozesse und Kollegen kennen. Gleichzeitig gewinnt auch Ihr neues Team einen Eindruck davon, wie Sie arbeiten und sich in die Zusammenarbeit einbringen.

Gerade am Anfang müssen Sie noch nicht alles wissen oder sofort Ergebnisse liefern. Viel wichtiger ist es, aufmerksam zuzuhören, Erwartungen zu verstehen, Beziehungen aufzubauen und Schritt für Schritt Verantwortung zu übernehmen.

"Einen neuen Job anzufangen ist vergleichbar mit dem Besuch in einem neuen Land", 

sagt Michael Baier, Managing Director bei Michael Page Deutschland. 

"Sie sind derjenige, der auffällt. Alles, was Sie tun, wird bemerkt. Eine positive Einstellung beizubehalten und nicht alles sofort zu kommentieren ist dabei besonders wichtig." 

Mit diesen 5 Tipps können Sie die ersten 90 Tage im neuen Job erfolgreich gestalten.

1. Starten Sie gut vorbereitet in den neuen Job

Eine gute Vorbereitung beginnt bereits vor dem ersten Arbeitstag. Klären Sie rechtzeitig wichtige organisatorische Fragen: Wann und wo sollen Sie starten? Wer ist Ihr Ansprechpartner? Welche Unterlagen benötigen Sie? Und gibt es Informationen, die Sie sich vorab ansehen sollten?

Auch ein erneuter Blick auf die Website des Unternehmens, aktuelle Entwicklungen und Ihre Stellenbeschreibung kann hilfreich sein. So starten Sie mit einem guten Grundverständnis für das Unternehmen und Ihre neue Rolle.

Am ersten Arbeitstag selbst geht es vor allem darum, anzukommen und Orientierung zu gewinnen. Weitere praktische Hinweise finden Sie in unseren Karriere-Tipps.

2. Hören Sie zu und lernen Sie

Nutzen Sie die ersten Wochen, um möglichst viel über Ihre neue Arbeitsumgebung zu erfahren. Lernen Sie Ihre Kollegen, deren Verantwortlichkeiten und die wichtigsten Prozesse kennen. Finden Sie heraus, wie Entscheidungen getroffen werden, welche Kommunikationswege genutzt werden und mit welchen Personen oder Abteilungen Sie regelmäßig zusammenarbeiten werden.

Stellen Sie Fragen und machen Sie sich bei Bedarf Notizen. Niemand erwartet, dass Sie sich alle Namen, Prozesse und Informationen sofort merken.

Gleichzeitig sollten Sie zunächst beobachten, bevor Sie bestehende Arbeitsweisen bewerten. Vielleicht kennen Sie aus Ihrem vorherigen Unternehmen andere oder aus Ihrer Sicht bessere Prozesse. Bevor Sie Veränderungen vorschlagen, sollten Sie jedoch verstehen, warum Ihr neues Team auf eine bestimmte Weise arbeitet.

3. Werden Sie Schritt für Schritt proaktiv

In den ersten 90 Tagen werden Sie wahrscheinlich viel Neues lernen und gleichzeitig erste Aufgaben übernehmen. Warten Sie nicht ausschließlich darauf, dass Ihnen jeder nächste Schritt vorgegeben wird. Wenn Sie Ihre aktuellen Aufgaben erledigt haben, können Sie nachfragen, wo Sie zusätzlich unterstützen können.

Proaktiv zu sein bedeutet jedoch nicht, möglichst schnell möglichst viel Verantwortung an sich zu ziehen. Stimmen Sie sich regelmäßig mit Ihrem Vorgesetzten ab und klären Sie, welche Aufgaben und Prioritäten für Ihre Einarbeitung besonders wichtig sind.

Gerade zu Beginn lohnt es sich, konkrete Erwartungen zu besprechen. Fragen Sie beispielsweise, welche Ziele Sie nach 30, 60 oder 90 Tagen erreicht haben sollten und woran eine erfolgreiche Einarbeitung gemessen wird.

4. Bauen Sie Beziehungen zu Ihren Kollegen auf

Ein erfolgreicher Start in einen neuen Job hängt nicht nur davon ab, wie gut Sie Ihre Aufgaben erledigen. Auch die Zusammenarbeit mit Ihrem Team und anderen Ansprechpartnern im Unternehmen spielt eine wichtige Rolle.

Nutzen Sie deshalb Gelegenheiten, Ihre Kollegen kennenzulernen. Das kann beim gemeinsamen Mittagessen, bei einem Kaffee, während eines Teammeetings oder bei anderen freiwilligen Aktivitäten stattfinden.

Dabei müssen Sie nicht an jeder Veranstaltung teilnehmen. Entscheidend ist vielmehr, offen auf andere zuzugehen und Interesse an der Zusammenarbeit zu zeigen. Das gilt auch bei Remote- und hybrider Arbeit. Kurze virtuelle Gespräche oder regelmäßige Abstimmungen können dabei helfen, Beziehungen aufzubauen, wenn Sie Ihre Kollegen nicht täglich persönlich sehen.

5. Setzen Sie sich ein erstes erreichbares Ziel

Im englischsprachigen Karriereumfeld wird häufig von einem „Early Win“ gesprochen. Gemeint ist damit ein erstes sichtbares Ergebnis, mit dem Sie zeigen, dass Sie einen Beitrag zu Ihrem neuen Team leisten können.

Dabei muss es sich nicht um einen großen Erfolg handeln. Vielleicht schließen Sie ein erstes Projekt zuverlässig ab, lösen ein konkretes Problem, verbessern einen kleinen Prozess oder unterstützen Ihr Team bei einer wichtigen Aufgabe.

Setzen Sie sich ein realistisches Ziel, das zu Ihrer Position und Ihrer Einarbeitungsphase passt. Ein solcher erster Erfolg kann Ihnen Sicherheit geben und gleichzeitig zeigen, dass Sie das Gelernte bereits praktisch einsetzen können.

Die ersten 30, 60 und 90 Tage sinnvoll nutzen

Es kann hilfreich sein, die Einarbeitung gedanklich in drei Phasen zu unterteilen. Die genaue Entwicklung hängt natürlich von Ihrer Position, Ihrem Unternehmen und der Komplexität Ihrer Aufgaben ab.

  • Die ersten 30 Tage: Lernen Sie das Unternehmen, Ihre Aufgaben, Prozesse und wichtigsten Ansprechpartner kennen. Stellen Sie Fragen und klären Sie Erwartungen.
  • Nach 60 Tagen: Übernehmen Sie zunehmend Verantwortung, wenden Sie Ihr neues Wissen an und bringen Sie sich aktiver in Projekte und die Zusammenarbeit ein.
  • Nach 90 Tagen: Prüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Vorgesetzten, wie Ihre Einarbeitung verlaufen ist, welche Ziele Sie erreicht haben und worauf Sie sich in den kommenden Monaten konzentrieren sollten.

Holen Sie regelmäßig Feedback ein

Warten Sie nicht bis zum Ende der Probezeit, um herauszufinden, wie Ihre Einarbeitung läuft. Kurze regelmäßige Gespräche mit Ihrem Vorgesetzten können Ihnen dabei helfen, Erwartungen abzugleichen und frühzeitig zu erkennen, wo Sie etwas verändern sollten.

Fragen Sie beispielsweise, was bereits gut funktioniert, wo noch Entwicklungspotenzial besteht und welche Prioritäten Sie für die nächsten Wochen setzen sollten.

Feedback ist dabei keine Einbahnstraße. Wenn Ihnen Informationen, Zugänge oder Unterstützung für Ihre Arbeit fehlen, sollten Sie auch das ansprechen. Eine erfolgreiche Einarbeitung hängt sowohl von Ihrem eigenen Einsatz als auch von klaren Rahmenbedingungen im Unternehmen ab.

 

So machen Sie die ersten 90 Tage im neuen Job zum Erfolg

Die ersten 90 Tage werden wahrscheinlich schneller vergehen, als Sie erwarten. Sie müssen in dieser Zeit nicht beweisen, dass Sie bereits alles können. Konzentrieren Sie sich darauf, Ihre Rolle zu verstehen, aufmerksam zuzuhören, gute Arbeitsbeziehungen aufzubauen und zunehmend Verantwortung zu übernehmen.

Mit einer guten Vorbereitung, realistischen Zielen und regelmäßigem Feedback schaffen Sie eine gute Grundlage für Ihre weitere Entwicklung im Unternehmen.

Weitere Informationen zu beruflicher Entwicklung, Bewerbung und Jobsuche finden Sie im Advice-Bereich von Michael Page.

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