Flexible Arbeitsmodelle und Work-Life-Balance sind in den vergangenen Jahren immer stärker in den Fokus gerückt. Von Home Office über Teilzeit bis hin zu Sabbaticals – Möglichkeiten gibt es viele. Dennoch wünschen sich laut einer Umfrage von Michael Page 63 Prozent der Arbeitnehmer mehr Flexibilität im Berufsalltag. Der Bedarf an flexibleren Arbeitsmodellen ist demnach groß, wie Sie auch in unserer Studie Diversity Management in Deutschland sehen können.

Große Unternehmen wie die Deutsche Bahn, die Deutsche Telekom oder die Deutsche Post haben die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter erkannt und bieten unterschiedliche Möglichkeiten für flexibleres Arbeiten. Heute reicht es für viele Arbeitnehmer nicht mehr aus, angemessen bezahlt zu werden oder klassische Angebote zur Work-Life-Balance wie Teilzeit oder Home Office nutzen zu können. Das Gesamtpaket muss stimmen. Gerade für jüngere Generationen spielen Flexibilität und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bei der Wahl des Arbeitgebers eine wichtige Rolle.

In der Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen gingen laut einer früheren Erhebung lediglich 39 Prozent davon aus, dass sich ihre Work-Life-Balance in den nächsten zwölf Monaten verbessern würde. Flexible Arbeitszeiten, räumliche Unabhängigkeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stehen jedoch weiterhin auf dem Wunschzettel vieler Arbeitnehmer. Doch welche Möglichkeiten gibt es neben Home Office und klassischer Teilzeit, um den Arbeitsalltag flexibler zu gestalten?

Planen Sie Ihre Arbeitszeiten langfristig

Eine längere berufliche Auszeit – Langzeitarbeitskonten können dies ermöglichen. Bei diesem Modell können Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum Arbeitszeit oder andere Zeitguthaben ansparen und diese später für eine längere Freistellung nutzen. So können beispielsweise mehrere Monate Auszeit, ein früherer Übergang in den Ruhestand oder andere längere Freistellungsphasen ermöglicht werden. Gerade in Unternehmen, in denen in arbeitsintensiven Phasen regelmäßig Überstunden entstehen, können Langzeitarbeitskonten eine Möglichkeit sein, diese Arbeitszeit später sinnvoll auszugleichen. Ein bekanntes Beispiel in Deutschland ist der Frankfurter Flughafenkonzern Fraport, der bereits seit vielen Jahren verschiedene Arbeitszeitmodelle anbietet.

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Das Prinzip des Job Sharings ist im Grunde simpel: Zwei Personen teilen sich eine Stelle oder einen Aufgabenbereich. Der Vorteil ist, dass sie ihre Arbeitszeiten miteinander abstimmen und flexible Absprachen treffen können, ohne dass wichtige Aufgaben liegen bleiben. Diese enge Form der Zusammenarbeit kann ein Vertrauensverhältnis schaffen und gleichzeitig neue Perspektiven fördern – schließlich bringen zwei Personen unterschiedliche Erfahrungen, Ideen und Lösungsansätze mit. Voraussetzung dafür sind eine gute Abstimmung und klar definierte Verantwortlichkeiten.

Das sogenannte Job-Tandem wird unter anderem von Unternehmen wie Coca-Cola und Thyssen-Krupp eingesetzt. Job Sharing kann sich auch für Führungspositionen eignen, da durch die Doppelbesetzung bei guter Abstimmung eine kontinuierliche Erreichbarkeit und Entscheidungsfähigkeit ermöglicht werden kann. Besonders verbreitet war Job Sharing laut einer früheren Erhebung bei Ärzten, Ingenieuren und IT-Spezialisten – rund 35 Prozent der untersuchten Job-Sharing-Angebote entfielen auf diese Berufsgruppen. Heute gehört Job Sharing neben Home Office, hybrider Arbeit und Teilzeit zu den Möglichkeiten, Arbeitszeit flexibler zu gestalten.

Arbeiten Sie am Strand oder in den Bergen

Eine neue Umgebung abseits der alltäglichen Büroräume kann dabei helfen, neue Perspektiven zu gewinnen und kreativer zu arbeiten. Bei einer sogenannten Workation wird die Arbeit für einen begrenzten Zeitraum an einen anderen Ort verlegt. Das kann beispielsweise innerhalb Deutschlands, am Meer oder in den Bergen sein. Je nach Unternehmen können einzelne Mitarbeiter oder ganze Teams dieses Modell nutzen. Eine neue Arbeitsumgebung kann nicht nur Abwechslung schaffen, sondern auch den Austausch innerhalb eines Teams fördern.

Workation wurde zunächst vor allem von Freelancern und digitalen Nomaden genutzt. Bereits früh gab es jedoch auch Beispiele dafür, dass dieses Modell für Teams und Arbeitsgruppen funktionieren kann, wie Berichte aus Deutschland zeigten. Inzwischen ermöglichen auch verschiedene Unternehmen ihren Mitarbeitern zeitlich begrenztes Arbeiten von anderen Orten. Wichtig ist dabei, vorab mit dem Arbeitgeber zu klären, welche betrieblichen, steuerlichen, versicherungsrechtlichen und arbeitsrechtlichen Voraussetzungen gelten.

Erledigen Sie Ihre Arbeit flexibel

Eine weitere Möglichkeit, Arbeit flexibel zu gestalten, besteht darin, Mitarbeitern mehr Freiheit bei der Wahl ihrer Arbeitszeiten und ihres Arbeitsortes zu geben. Statt einer festen Anwesenheitszeit steht dabei stärker im Mittelpunkt, dass vereinbarte Aufgaben und Ziele erreicht werden. Wie viel Freiheit tatsächlich möglich ist, hängt jedoch stark vom Unternehmen, der Tätigkeit und den jeweiligen betrieblichen Anforderungen ab.

Einige Unternehmen setzen bereits seit längerer Zeit auf Modelle, bei denen Eigenverantwortung und Vertrauen eine besonders große Rolle spielen. Netflix wurde beispielsweise durch seine vergleichsweise flexible Unternehmenskultur und seinen Umgang mit Urlaub bekannt. Solche Modelle lassen sich jedoch nicht ohne Weiteres auf jedes Unternehmen und jede Tätigkeit übertragen. Entscheidend sind klare Erwartungen, eine gute Kommunikation und Regeln, die sowohl den Mitarbeitern als auch dem Unternehmen ausreichend Planungssicherheit geben.

Zusammengefasst: Flexible Arbeitsmodelle bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten, den Berufsalltag stärker an individuelle Bedürfnisse anzupassen. Flexible Arbeitszeiten, Home Office, Job Sharing oder Workation können dazu beitragen, Beruf und Privatleben besser miteinander zu vereinbaren. Gleichzeitig können Unternehmen von zufriedenen Mitarbeitern, einer höheren Arbeitgeberattraktivität und effizienteren Arbeitsabläufen profitieren. Welches Modell am besten funktioniert, hängt jedoch von der Tätigkeit, dem Unternehmen und den individuellen Bedürfnissen ab. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Arbeitgeber darüber, welche Möglichkeiten für Ihre persönliche Situation infrage kommen.

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