Wie Sie die passenden IT-Mitarbeiter für den Aufbau Ihres IT-Teams finden

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Oktober 20267 Minuten Lesezeit

Künstliche Intelligenz, Automatisierung, Cloud-Technologien und Cybersecurity verändern die Anforderungen an IT-Abteilungen. Unternehmen benötigen deshalb nicht nur moderne Technologien, sondern auch qualifizierte IT-Fachkräfte, die diese sinnvoll einsetzen, weiterentwickeln und absichern.

Ein starkes IT-Team aufzubauen, ist eine wichtige Voraussetzung für die digitale Entwicklung Ihres Unternehmens. Welche IT-Positionen Sie dafür besetzen sollten, hängt von Ihrer Unternehmensgröße, Branche, bestehenden IT-Infrastruktur und Ihren Geschäftszielen ab.

Doch welche IT-Mitarbeiter benötigen Sie tatsächlich? Welche technischen Fähigkeiten und Soft Skills sind wichtig? Und worauf sollten Sie bei der Rekrutierung von IT-Fachkräften achten? Wir zeigen Ihnen, wie Sie die passenden IT-Profile identifizieren und Ihr Team gezielt aufbauen.

Welche IT-Fachkräfte benötigt Ihr Unternehmen?

Bevor Sie neue IT-Mitarbeiter einstellen, sollten Sie die technischen Anforderungen Ihres Unternehmens analysieren. Entscheidend ist, welche Aufgaben Ihre IT-Abteilung übernehmen soll, welche Kompetenzen bereits vorhanden sind und wo zusätzliche Unterstützung benötigt wird.

IT-Positionen nach Unternehmensgröße

Für kleinere Unternehmen kann es sinnvoll sein, zunächst einen erfahrenen IT-Manager einzustellen. Er kann die bestehende IT-Infrastruktur bewerten, technische Anforderungen koordinieren und den Aufbau eines passenden IT-Teams unterstützen.

Je nach Bedarf können bestimmte Aufgaben auch an externe IT-Dienstleister ausgelagert werden. Das gilt beispielsweise für IT-Support, Infrastrukturmanagement oder spezialisierte Sicherheitsaufgaben.

Mit zunehmender Unternehmensgröße entstehen häufig weitere Anforderungen:

  • IT-Service-Manager: Verantwortlich für die Qualität und Weiterentwicklung von IT-Services sowie die Einhaltung vereinbarter Serviceleistungen.
  • ERP-Manager: Betreut und optimiert ERP-Systeme, die zentrale Geschäftsprozesse miteinander verbinden.
  • Business Analyst: Analysiert geschäftliche Anforderungen und unterstützt dabei, passende technische Lösungen zu entwickeln.
  • IT-Projektmanager: Plant und koordiniert IT-Projekte und sorgt dafür, dass Anforderungen, Ressourcen und Zeitpläne aufeinander abgestimmt sind.

Größere Unternehmen benötigen darüber hinaus häufig eine übergeordnete strategische IT-Führung. Ein Chief Information Officer (CIO) verantwortet typischerweise die IT-Strategie und die Unterstützung der Geschäftsprozesse durch Technologie. Ein Chief Technology Officer (CTO) konzentriert sich je nach Unternehmensstruktur stärker auf technologische Innovationen, Entwicklung und Architektur.

Für die agile Entwicklung digitaler Produkte können außerdem ein Product Owner, ein Scrum Master und ein interdisziplinäres Entwicklungsteam sinnvoll sein.

Welche IT-Profile sind in Ihrer Branche wichtig?

Neben der Unternehmensgröße spielt auch die Branche eine wichtige Rolle. Unterschiedliche Geschäftsmodelle stellen unterschiedliche Anforderungen an IT-Systeme, Datenverarbeitung und IT-Sicherheit.

  • Industrie und Logistik: IT-Manager, ERP-Spezialisten und Fachkräfte für Systemintegration können dabei helfen, Produktions-, Lager- und Lieferprozesse technisch zu unterstützen.
  • E-Commerce: Softwareentwickler, UX/UI-Designer und Datenanalysten unterstützen die Weiterentwicklung digitaler Plattformen und die Verbesserung des Kundenerlebnisses.
  • Finanzdienstleistungen: Softwareentwickler, Datenbankadministratoren und Cybersecurity-Spezialisten spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung, Verarbeitung und Absicherung digitaler Anwendungen und Daten.
  • Gesundheitswesen: IT-Fachkräfte für Systemintegration, Datenmanagement und IT-Sicherheit unterstützen den zuverlässigen Betrieb digitaler Systeme und den Schutz sensibler Informationen.

Diese Beispiele bieten eine erste Orientierung. Welche Positionen tatsächlich benötigt werden, hängt immer von den konkreten Aufgaben und technischen Anforderungen Ihres Unternehmens ab.

IT-Team nach Geschäftszielen und Technologien aufbauen

Die Branche allein reicht nicht aus, um den Personalbedarf zu bestimmen. Stellen Sie sich deshalb zwei zentrale Fragen: Welche Ziele möchten Sie mit Ihrer IT erreichen und welche Kompetenzen benötigen Sie dafür?

Wenn Ihr Unternehmen große Datenmengen verarbeitet oder datenbasierte Entscheidungen verbessern möchte, können Data Engineers, Data Scientists und Datenanalysten relevant sein. In größeren Unternehmen kann zusätzlich ein Head of Data die Datenstrategie verantworten.

Möchten Sie künstliche Intelligenz in Ihre Geschäftsprozesse integrieren, benötigen Sie möglicherweise KI-Spezialisten, Machine-Learning-Engineers oder Fachkräfte für Dateninfrastruktur. Entscheidend ist dabei nicht nur die Entwicklung von KI-Anwendungen, sondern auch deren zuverlässiger Betrieb, die Qualität der verwendeten Daten und der sichere Umgang mit Informationen.

Für den Aufbau und die Betreuung Ihrer IT-Infrastruktur kommen beispielsweise Systemadministratoren, Netzwerkadministratoren und IT-Infrastruktur-Spezialisten infrage.

Wenn Sie Cloud-Technologien einsetzen oder bestehende Systeme in die Cloud verlagern möchten, können Cloud-Architekten, Cloud-Engineers und Cloud-Security-Spezialisten erforderlich sein.

Auch die IT-Sicherheit sollte frühzeitig berücksichtigt werden. Je nach Unternehmensgröße und Risikoprofil kann dafür ein Cybersecurity-Spezialist, ein Security Architect oder eine leitende Position wie der Chief Information Security Officer (CISO) sinnvoll sein.

Welche technischen Fähigkeiten sollten IT-Mitarbeiter mitbringen?

Neben der richtigen Rollenverteilung kommt es auf die technischen Kompetenzen Ihrer IT-Mitarbeiter an. Welche Programmiersprachen, Systeme und Technologien relevant sind, hängt von den eingesetzten Anwendungen und den geplanten Projekten ab.

Zu den wichtigen Programmiersprachen und Technologien gehören beispielsweise:

  • Python: Besonders relevant für KI, Machine Learning, Datenanalyse und die Entwicklung von Backend-Anwendungen.
  • Java und C#: Häufig im Umfeld komplexer Unternehmensanwendungen und Backend-Systeme eingesetzt.
  • JavaScript und TypeScript: Wichtig für die Entwicklung moderner Webanwendungen und digitaler Plattformen.
  • SQL: Eine wichtige Kompetenz für die Arbeit mit relationalen Datenbanken und datenbasierten Anwendungen.
  • PHP: Weiterhin relevant für bestimmte Webanwendungen, Content-Management-Systeme und E-Commerce-Plattformen.

Welche Technologien Entwickler tatsächlich nutzen, zeigt unter anderem die Stack Overflow Developer Survey 2026. JavaScript, SQL und Python gehören dort zu den am häufigsten verwendeten Sprachen.

Bei der Zusammenstellung Ihres Entwicklungsteams sollten Sie außerdem prüfen, ob Sie einen Full-Stack-Entwickler benötigen oder spezialisierte Frontend- und Backend-Entwickler. Für kleinere Projekte kann ein breiteres Kompetenzprofil sinnvoll sein. Komplexere Anwendungen profitieren häufig von spezialisierten Fachkräften.

Auch Kenntnisse der eingesetzten Unternehmenssoftware sind wichtig. Im ERP-Bereich gehören beispielsweise SAP, Oracle NetSuite und Microsoft Dynamics 365 zu den etablierten Lösungen.

Für Cloud-Infrastrukturen sind insbesondere Erfahrungen mit Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Google Cloud relevant.

Achten Sie bei der Auswahl von Kandidaten nicht nur auf einzelne Technologien. Ebenso wichtig ist, ob die vorhandenen Kenntnisse zu Ihrer Systemlandschaft passen und sich bei zukünftigen Veränderungen weiterentwickeln lassen.

Warum Soft Skills für IT-Fachkräfte wichtig sind

Technische Fähigkeiten sind eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche IT-Projekte. Gleichzeitig benötigen IT-Mitarbeiter persönliche Kompetenzen, um komplexe Aufgaben zu lösen und mit anderen Fachbereichen zusammenzuarbeiten.

Besonders wichtig sind:

  • Kommunikationsfähigkeit: IT-Fachkräfte müssen technische Zusammenhänge verständlich erklären und Anforderungen mit Kollegen, Führungskräften und anderen Abteilungen abstimmen können.
  • Analytisches Denken und Problemlösung: Die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu erkennen und geeignete Lösungen zu entwickeln, ist in vielen IT-Positionen entscheidend.
  • Anpassungsfähigkeit: Neue Technologien, Tools und Anforderungen machen es notwendig, bestehende Kenntnisse regelmäßig zu erweitern.
  • Teamfähigkeit: Viele IT-Projekte erfordern die Zusammenarbeit unterschiedlicher Spezialisten und Fachbereiche.
  • Eigenverantwortung: Selbstständiges Arbeiten, eine strukturierte Vorgehensweise und ein gutes Verständnis für Prioritäten erleichtern die Umsetzung technischer Projekte.

Auch der Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum hebt die wachsende Bedeutung von analytischem Denken, Flexibilität und technologischen Fähigkeiten hervor. Besonders KI und Big Data sowie Netzwerke und Cybersecurity zählen zu den Kompetenzfeldern, deren Bedeutung bis 2030 voraussichtlich stark zunehmen wird. Weitere Informationen finden Sie im Future of Jobs Report 2025.

Bei leitenden IT-Positionen wie einem CIO oder CTO kommen zusätzliche Anforderungen hinzu. Führungskompetenz, strategisches Denken, Risikomanagement und Entscheidungsfähigkeit sind wichtig, um technische Entwicklungen mit den Unternehmenszielen zu verbinden.

Durch die Einstellung von Kandidaten, die flexibel sind und solide Kommunikationsfähigkeiten zeigen, helfen Sie Ihrem Unternehmen, sich schnell an Veränderungen anzupassen und den fortlaufenden Erfolg sicherzustellen.

Sebastian Schoch, IT-Direktor bei Michael Page

Die größten Herausforderungen bei der Einstellung von IT-Fachkräften

Die passenden IT-Profile zu identifizieren, ist der erste Schritt. Anschließend müssen Unternehmen geeignete Kandidaten finden, ihre Fähigkeiten bewerten und sie für die Position gewinnen.

Dabei stehen Arbeitgeber vor verschiedenen Herausforderungen, die sich je nach Fachgebiet und benötigter Erfahrung unterscheiden.

1. Fachkräftemangel und veränderte Anforderungen

Der IT-Fachkräftemangel bleibt in Deutschland eine Herausforderung, auch wenn sich die Situation gegenüber den Vorjahren entspannt hat.

Laut der Bitkom-Studie zum Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte 2026 fehlen in Deutschland rund 79.000 IT-Fachkräfte. Im Jahr 2023 waren es noch 149.000 unbesetzte Stellen.

Besonders gefragt sind laut Bitkom Fachkräfte für IT-Administration und Systembetrieb, Softwareentwicklung und -architektur sowie Cloud und Infrastruktur.

Gleichzeitig verändern KI, Automatisierung und neue Technologien die benötigten Fähigkeiten. Unternehmen sollten deshalb nicht nur prüfen, welche Kompetenzen aktuell fehlen, sondern auch berücksichtigen, welche Anforderungen in den kommenden Jahren entstehen können.

Neben der externen Rekrutierung kann es sinnvoll sein, bestehende Mitarbeiter gezielt weiterzubilden und neue Fähigkeiten innerhalb des Unternehmens aufzubauen.

2. Erwartungen von IT-Kandidaten

Neben den fachlichen Anforderungen sollten Unternehmen die Erwartungen potenzieller Mitarbeiter berücksichtigen. Eine wettbewerbsfähige Vergütung ist wichtig, aber nicht das einzige Entscheidungskriterium.

Auch flexible Arbeitsmodelle, Entwicklungsmöglichkeiten, moderne Technologien und interessante Projekte können bei der Arbeitgeberwahl eine Rolle spielen.

Unternehmen sollten deshalb bereits im Recruiting-Prozess transparent kommunizieren, welche Aufgaben die Position umfasst, welche Technologien eingesetzt werden und welche Entwicklungsperspektiven bestehen.

Ebenso wichtig sind klare Informationen zu Arbeitsort, Homeoffice-Regelungen, Zusammenarbeit und Gehalt. So können Kandidaten besser einschätzen, ob die Position zu ihren Erwartungen passt.

Weitere Einblicke in die Erwartungen von IT-Fachkräften finden Sie in unserem Artikel Was Tech-Talente wirklich wollen.

3. Unklare Anforderungen und langwierige Einstellungsprozesse

Bei der Rekrutierung von IT-Fachkräften kann es schwierig sein, das passende Verhältnis zwischen Anforderungen, Erfahrung und verfügbarem Budget zu finden.

Zu umfangreiche Anforderungsprofile können die Kandidatensuche unnötig einschränken. Prüfen Sie deshalb, welche Fähigkeiten für die Position zwingend erforderlich sind und welche Kenntnisse auch nach der Einstellung aufgebaut werden können.

Berücksichtigen Sie außerdem, ob die geplante Teamgröße zum tatsächlichen Arbeitsaufkommen passt. Wenn zu viele Aufgaben auf einzelne Mitarbeiter verteilt werden, kann dies Projekte verzögern und die Arbeitsbelastung erhöhen.

Auch ein klar strukturierter Einstellungsprozess ist wichtig. Lange Wartezeiten, unklare Zuständigkeiten oder wiederholte Gesprächsrunden können dazu führen, dass geeignete Kandidaten das Interesse verlieren oder sich für ein anderes Angebot entscheiden.

Definieren Sie deshalb frühzeitig die Anforderungen, beteiligten Ansprechpartner und Entscheidungsschritte.

Zeit ist entscheidend. Ein langwieriger Einstellungsprozess riskiert, Ihren Top-Kandidaten an die Konkurrenz zu verlieren. In einem kandidatenorientierten Markt ist es unerlässlich, Ihr Interesse zu zeigen, um deren Engagement zu sichern.

Sebastian Schoch, IT-Direktor bei Michael Page

Fazit: Das richtige IT-Team beginnt mit einer klaren Personalstrategie

Ein erfolgreiches IT-Team besteht nicht einfach aus möglichst vielen technischen Spezialisten. Entscheidend ist, dass die vorhandenen Fähigkeiten zu den Geschäftszielen, eingesetzten Technologien und zukünftigen Anforderungen Ihres Unternehmens passen.

Analysieren Sie deshalb zunächst Ihren tatsächlichen Personalbedarf und legen Sie fest, welche Aufgaben intern übernommen werden sollen. Berücksichtigen Sie dabei sowohl technische Fähigkeiten als auch Soft Skills und mögliche Weiterbildungsmaßnahmen.

Eine klare Personalstrategie hilft Ihnen dabei, passende IT-Fachkräfte zu finden und Ihr Team langfristig weiterzuentwickeln.

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