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Digitales Recruiting nach Corona: Drei Maßnahmen, die Unternehmen jetzt umsetzen sollten

Düsseldorf, 2. Juni 2020 – Die COVID-19-Pandemie hat das Recruiting von heute auf morgen gehörig auf den Kopf gestellt. Videokonferenzen treten anstelle von persönlichen Gesprächen und das Onboarding neuer Mitarbeiter erfolgt aktuell in den meisten Fällen remote. Auch wenn Beschränkungen nach und nach aufgehoben werden – eines bleibt: auch in Zukunft werden mehr Mitarbeiter ortsunabhängig und aus dem Home Office arbeiten. Wir befinden uns in einer sehr ernsten Situation. Für Unternehmen und deren HR-Abteilungen bietet dies jedoch die Gelegenheit, ihr digitales Recruiting sowie virtuelle Onboarding-Prozesse auszubauen und den Einsatz von Technologien voranzutreiben. Die Personalberatung Michael Page hat drei Maßnahmen zusammengestellt, die Unternehmen jetzt umsetzten sollten.


Umstellung auf ortsunabhängige Kommunikation

„Natürlich kann ein Videointerview niemals mit einem persönlichen Gespräch gleichziehen“, sagt Nils Richter, Managing Director von Michael Page Deutschland. „Unternehmen müssen sich jedoch darauf vorbereiten, dass manche Einstellungen auch in Zukunft teilweise oder sogar komplett digital abgewickelt werden.“ Dass das funktioniert hat Corona gezeigt. Für Arbeitgeber ist es daher wichtig, jetzt ihre technologischen Optionen auszuweiten. Anstatt sich für nur eine Plattform zu entscheiden, sollten möglichst viele Tools zur Verfügung stehen, da Bewerber nicht unbedingt alle dieselben Plattformen nutzen können. Dabei ist es wichtig, vorab mit dem IT-Team zu prüfen, ob die genutzten Videokonferenztools mit der firmeninternen IT-Sicherheit kompatibel sind.


Anpassung der Gesprächsführung

Selbst für sehr erfahrene Personalverantwortliche ist die Gesprächsführung bei der Umstellung auf ein Remote-Modell herausfordernd. Viele Lösungen für Videokonferenzen bieten zwar allgemein eine gute Bild- und Tonqualität. Ein Video-Call wird jedoch nie vollständig einem Gespräch mit einer Person im gleichen Raum entsprechen, da Gestik und Mimik beim virtuellen Kennenlernen lediglich auf einen kleinen Kamera-Ausschnitt limitiert sind. Bewerbungsgespräche per Video unterliegen somit Einschränkungen. Das ist laut Recruiting-Experten Nils Richter jedoch kein Hindernis. Er rät: „Wie bei einem persönlichen Treffen sollten im Video-Gespräch Kompetenzen zur Vakanz, die relevanten Erfahrungen sowie die Passung zur Teamkonstellation geprüft und evaluiert werden. Interviewende sollten sich zudem nicht davon abhalten lassen, informelle Elemente in den virtuellen Dialog einfließen zu lassen, die auch sonst als ‚Icebreaker‘ dienen. Schließlich ist der persönliche Fit ein essenzieller Bestandteil bei der erfolgreichen und nachhaltigen Besetzung einer Position.“ 
Auch Fragen zum Umgang mit flexiblen Arbeitszeiten sowie Remote Working sollten ab sofort zur Selbstverständlichkeit werden, um einschätzen zu können, wie ein potenzieller Mitarbeiter damit zurechtkommen würde.


Onboarding aus dem Home Office ermöglichenç

Onboarding aus der Ferne ist für die meisten Arbeitgeber Neuland, aber durchaus umsetzbar – und das oftmals sogar mehr recht als schlecht. Auch das hat Corona bewiesen. „Unternehmen sollten diese Option auch nach der Krise unbedingt beibehalten und die Einarbeitung aus dem Home Office weiter professionalisieren“, so Nils Richter. „Das eröffnet ihnen ganz neue Möglichkeiten und ein neues Level an Flexibilität. Der Ort ist nun kein Ausschlusskriterium mehr für Top-Talente.“ Doch egal ob das Onboarding remote oder im Büro stattfindet – am allerwichtigsten ist, dass sich neue Mitarbeiter willkommen fühlen und sich mit Kultur, Vision und Werten ihres neuen Arbeitgebers vertraut machen können. Das fängt mit einer Willkommensmail inklusive einem strukturierten Plan für die ersten Tage an, und hört mit der richtigen technischen Ausstattung auf. Videokonferenzen mit wichtigen Stakeholdern des Unternehmens gehören genauso auf die Agenda wie regelmäßige teaminterne Catch-Ups. Das ist umso wichtiger, wenn Kollegen aus dem Home Office eingearbeitet werden. Zuletzt sollten Neustarter nicht nur regelmäßiges Feedback und Coachings erhalten, sondern auch selbst ehrliches Feedback zum Onboarding-Programm beisteuern können. Nur so kann der Prozess stetig optimiert werden.

„Dynamische Arbeitsprozesse ziehen dynamische Talente an. Wer sich jetzt schnell an die veränderte Welt anpasst, verschafft sich einen entscheidenden Vorteil im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter“, fasst Nils Richter zusammen. Der Kampf um Fachkräfte wird nicht leichter. Jetzt ist die Zeit, sich für die Zukunft zu rüsten.

Weitere Informationen stehen im E-Book „Remote Recruiting“ zum Download zur Verfügung.