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PageGroup Deutschland Chef Goran Baric betrachtet gesetzliche Frauenquote für unternehmerisch nicht tragbar

 
Internationale Personalberatung sieht Bewerbungsprozess verzerrt / Falsches Signal für den Arbeitsmarkt
 
Düsseldorf, 18. November 2013 - Ein Jahr nach dem Beschluss der EU-Kommission für eine Frauenquote von 40 Prozent in den Aufsichtsräten bis 2020, einigt sich die Bundesregierung heute in den Koalitionsverhandlungen auf die Einführung einer Frauenquote von 30 Prozent bis 2016. „Dieser Kompromiss ist aus unternehmerischer Sicht abzulehnen und zeigt einen falschen Weg“, so Goran Barić, Geschäftsführer der internationalen und börsennotierten Personalberatung PageGroup Deutschland.
 
Für den Personalexperten bedeutet diese Entscheidung auch ein massives gesetzliches Eingreifen in einen reinen unternehmerisch zu betrachtenden Bewerbungsprozess. „Was bei der Auswahl zählt, sind übliche Kriterien wie Erfahrung und Eignung für die Position. Und natürlich gibt es einige Frauen, die einen Bewerbungsprozess dann auch für sich entscheiden. Aber diese Frauen sitzen bereits auf diesen Positionen. Um mehr Frauen zu motivieren, sich überhaupt zur Wahl zu stellen, muss an anderer Stelle geschraubt werden“, so Barić.
 
Barić sieht in einer gesetzlichen Frauenquote ein „falsches Signal“ für mehr Frauen in der Wirtschaft auf allen Hierarchie-Ebenen. Das Problem müsse an der Wurzel gepackt werden. „Unternehmen müssen viel früher anfangen, gezielt Frauen auf ihrem Karriereweg zu fördern. Zu oft stehen Frauen heute noch vor der Entscheidung Kind oder Karriere. Dies erscheint immer mehr ein wesentlicher Grund für einen Mangel an Frauen in den Führungsetagen zu sein.“
 
Ein Bewerbungsprozess ist nach Ansicht von Barić mit einer Quote nicht mehr objektiv zu gestalten. „In einem Bewerbungsprozess ist ein Unternehmen nun faktisch aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, sich im Zweifelsfall immer für eine weibliche Kandidatin zu entscheiden, um eine Quote zu erfüllen. Das ist unternehmerisch nicht tragbar. Die gesetzliche Frauenquote geht ebenso wie das Betreuungsgeld in eine falsche Richtung. Beides verzerrt den Arbeitsmarkt.“
 
Es müsse vielmehr an langfristigen Konzepten hinsichtlich Familien- und Frauenförderung gearbeitet werden. „Hier sind sowohl die Politik als auch die Unternehmen gefragt, Ideen zu entwickeln. Ausreichend Betreuungsplätze, Time-Sharing-Arbeitsplätze, Home-Office, Manager-Netzwerke oder MentoringProgramme bilden eine solide Basis, auf die aufgebaut werden muss. Aber dazu bedarf es auch eines grundsätzlichen gesellschaftlichen Umdenkens“, so Barić.
 
Zum Unternehmen Michael Page International (Deutschland) GmbH:
Michael Page ist eine Marke der PageGroup. Das britische Mutterunternehmen Michael Page International plc. wurde 1976 in London gegründet und agiert als börsennotierte Aktiengesellschaft seit 2001. Die PageGroup ist in 34 Ländern mit 153 Büros vertreten. Kernkompetenz des Unternehmens ist die Personalvermittlung von Fach- und Führungskräften. Der Hauptsitz in Deutschland ist Düsseldorf. In Deutschland ist die PageGroup mit den drei Marken Michael Page, Page Personnel und Page Executive vertreten.