Zufriedenheit sinkt, Wechselbereitschaft steigt: Zwar sind 50 Prozent der Beschäftigten mit ihrem Job grundsätzlich zufrieden, jedoch sinkt der Wert im Vergleich zum Vorjahr. Die Wechselbereitschaft steigt im selben Zeitraum an: 86 Prozent sind offen für eine neue Rolle und 41 Prozent aktiv auf Jobsuche.KI wird zur neuen Normalität: 67 Prozent der Bewerbenden in Deutschland nutzen bereits KI-Tools für die Jobsuche, 63 Prozent der Beschäftigten setzen generative KI in ihrer aktuellen Rolle ein.Weiterbildung als Karrierepriorität: 49 Prozent der Beschäftigten wollen neue Fähigkeiten erwerben, 44 Prozent streben Fortbildungen oder Qualifikationen an – nur 18 Prozent sehen eine Beförderung als Ziel.Düsseldorf, 19. Mai 2026 – Künstliche Intelligenz ist fest im Arbeitsleben der Deutschen angekommen und verändert nicht nur den Berufsalltag, sondern auch die Art, wie sich die Deutschen bewerben. Laut aktueller Daten der repräsentativen Arbeitsmarktstudie Talent Trends 2026 von Michael Page nutzen bereits 67 Prozent der Bewerbenden KI-Anwendungen für die Jobsuche – von der Korrektur der Bewerbungstexte bis hin zur attraktiveren Darstellung der eigenen Fähigkeiten. Gleichzeitig fürchten die Deutschen trotz der massiven KI-Beschleunigung mehrheitlich nicht um ihren Job. Zudem deckt die Studie auf, dass nur die Hälfte der deutschen Beschäftigten zufrieden mit ihrem jetzigen Job sind, und damit weniger als noch im Vorjahr. Ein Großteil der deutschen Beschäftigten zeigt sich offen für einen Wechsel. Generative KI als neuer Standard in der Bewerbung – Recruiting hinkt hinterher Künstliche Intelligenz hat sich innerhalb kürzester Zeit zum Alltagsbegleiter deutscher Beschäftigter entwickelt: Lag die KI-Nutzung der Deutschen 2024 noch bei 27 Prozent, stieg sie bis 2026 auf 62 Prozent an. Auch im Bewerbungsprozess ist generative KI inzwischen angekommen: Laut der Studiendaten nutzen Deutsche KI vor allem um ihre Bewerbungstexte zu optimieren (42 %), Lebensläufe anzupassen (33 %), eigene Fähigkeiten besser darzustellen (32 %) oder Informationen zu Unternehmen, Stellen und Branchen zu recherchieren (32 %). Gleichzeitig geben 45 Prozent der deutschen Unternehmen an, generative KI noch nicht im Recruiting einzusetzen. Ein Drittel (33 %) gibt zudem offen zu, den Einsatz von KI in einer Bewerbung gar nicht erkennen zu können. Von den Unternehmen, die bereits KI für den Bewerbungsprozess nutzen, sehen die meisten deutliche Vorteile, wie größere Effektivität bei der Erstellung von Stellenausschreibungen (79 %), die Kandidatenkommunikation vorzubereiten (79 %), oder die Bewerbungsgespräche zusammenzufassen (69 %).„Wie unsere Studie zeigt, ist KI gekommen, um zu bleiben. Während sich die Technologie in den letzten Jahren zu einem selbstverständlichen Teil des Arbeitsalltags entwickelt hat, setzen nun auch Kandidaten immer mehr auf KI bei ihrer Bewerbung. Das ist wichtig für Unternehmen: Wenn Lebensläufe durch KI perfektioniert werden, verlieren sie häufig den persönlichen Charakter und Aussagegehalt. Unternehmen müssen daher ihre Auswahlmethoden grundlegend überdenken – weg von CV-Matching, hin zu Kompetenzprüfung“, kommentiert Michael Baier, Geschäftsführer von Michael Page in Deutschland, die Studienergebnisse.Der Job passt – aber klammern wollen die Deutschen nichtNeben KI prägt ein zweiter Trend den deutschen Arbeitsmarkt: Die Deutschen zeigen sich oftmals zwar zufrieden, dennoch sind sie offen für berufliche Veränderu ng. Während 50 Prozent der Beschäftigten in Deutschland sich mit dem aktuellen Job zufrieden zeigt, und 19 Prozent sich sogar „sehr zufrieden“ äußern, sind jedoch 86 Prozent offen für eine neue Rolle. 41 Prozent suchen gar aktiv nach einer neuen Stelle – ein Anstieg um 5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr, und 8 Prozentpunkte zum Jahr 2024.Angesichts der aktuellen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt offenbart sich hier eine interessante Dynamik: Auch wenn sich unter den deutschen Beschäftigten keine Fluchtbewegung andeutet, rechnen 30 Prozent damit, weniger als 12 Monate in ihrer jetzigen Rolle zu verbleiben, mehr als die Hälfte (59 %) innerhalb der nächsten drei Jahre zu wechseln.Damit ist der deutsche Arbeitsmarkt von selektiver Wechselbereitschaft geprägt: Beschäftigte wechseln dann, wenn das angebotene Gesamtpaket überzeugen kann. Die wichtigsten Wechselgründe sind neue Herausforderungen (40 %), ein höheres Gehalt (33 %) und die Möglichkeit, die eigenen Stärken besser einzubringen (32 %). Gleichzeitig nennen 34 Prozent die Unzufriedenheit mit den Entscheidungen des Managements als Top-Kündigungsgrund. „Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen Zufriedenheit und Loyalität. Die Hälfte der Beschäftigten ist mit ihrem aktuellen Job zwar zufrieden, aber ein Großteil ist offen für einen Wechsel. Das ist keine Ungeduld, sondern eine überlegte Haltung in unsicheren Zeiten: Menschen schätzen ihre aktuelle Situation, möchten sich aber Optionen offenhalten. Für Arbeitgeber bedeutet das: Es reicht nicht, den Status quo zu bewahren. Wer seine Talente halten will, muss ihnen echte Entwicklungsperspektiven bieten – nicht nur Gehalt, sondern kontinuierliches Wachstum, Wertschätzung und einen Führungsstil, dem sie vertrauen“, ordnet Michael Baier ein.Mehr Geld reicht nicht mehr: Anerkennung, Wohlbefinden und Entwicklung binden TalenteDie Studie macht deutlich: Gehalt bleibt weiterhin wichtig. 45 Prozent nennen ein höheres Gehalt oder eine Beförderung als Top-Kriterium beim Jobwechsel, 58 Prozent schauen in Stellenanzeigen zuerst auf das Gehalt. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass monetäre Anreize allein nicht ausreichen. 65 Prozent der Beschäftigten in Deutschland würden eine Beförderung samt Gehaltserhöhung ablehnen, wenn sie ihr persönliches Wohlbefinden gefährdet – der Trend aus den Vorjahren hält damit weiterhin an.Auch bei der Unternehmenskultur stehen soziale Faktoren weit oben: Die wichtigsten Aspekte sind Wertschätzung und Anerkennung (47 Prozent), Führungsstil (41 Prozent), Work-Life-Balance (39 Prozent). Auch gute Beziehungen zu Kolleg:innen (39 Prozent) kommt noch vor einem wettbewerbsfähigen Gehalt (38 Prozent). Statt Gehaltsambitionen rückt in diesem Jahr die fachliche Weiterentwicklung in den Fokus der Deutschen: 49 Prozent wollen neue Fähigkeiten erwerben, 44 Prozent streben Fortbildungen oder zusätzliche Qualifikationen an, 36 Prozent möchten ihre Expertise im aktuellen Bereich vertiefen. Für Arbeitgeber wird Weiterbildung daher zu einem wichtigen Bindungsinstrument. „Wer seinen Mitarbeitenden Entwicklung ermöglicht, ohne sie zwangsläufig in klassische Aufstiegsmuster zu drängen, kann Loyalität stärken und Wechselabsichten langfristig reduzieren“, so Baier.Über die StudieDie Talent Trends werden im Auftrag von Michael Page erhoben und zählen zu den größten jährlichen Studien zu Arbeitsmarkt, Karriere und Recruiting. Für die Talent Trends-Studie 2026 wurden weltweit über 60.000 Fach- und Führungskräfte befragt, darunter rund 23.000 Teilnehmende in Europa und rund 3.000 in Deutschland.Über Michael PageMichael Page ist eine global agierende Personalberatungsgruppe in 36 Ländern mit mehr als 5.000 Mitarbeitern weltweit. Das Unternehmen wurde 1976 in London gegründet und ist an der Londoner Börse gelistet (PAGE).Michael Page bietet spezialisierte Expertise in den Bereichen Executive Search, Professional Recruitment, qualifizierte Zeitarbeit und Projektgeschäft. Wir beraten, unterstützen und vermitteln qualifizierte Fach- und Führungskräfte über verschiedenste Funktionen, Branchen und Karrierestufen hinweg.In Deutschland ist Michael Page an sechs Standorten vertreten: Düsseldorf (Hauptsitz), Frankfurt, Stuttgart, München, Hamburg und Berlin.