Kommt Ihnen das bekannt vor? Sie sitzen mit Kollegen am Mittagstisch, aber irgendwie kommt kein Gespräch in Gang, weil jeder auf sein Smartphone schaut. Schließlich könnte eine wichtige Nachricht eingehen – von jemandem, der gerade nicht mit am Tisch sitzt. Oder werden Sie unruhig, sobald der Akku Ihres Smartphones leer ist? Und ist der Ausschaltknopf des Tablets bei Ihnen auch das Letzte, was Sie am Abend vor dem Einschlafen zu Gesicht bekommen? Wenn Sie sich jetzt ertappt fühlen, könnte es sich lohnen, den eigenen Umgang mit Smartphone, Tablet und Co. einmal genauer zu betrachten.

Das Tablet im Bett kann den Schlaf beeinflussen

Haben Sie Probleme beim Einschlafen? Dann kann es helfen, abends öfter auf Smartphone oder Tablet zu verzichten und beispielsweise zu einem Buch zu greifen. Das Licht von Bildschirmen kann die Melatoninproduktion beeinflussen und dadurch das Einschlafen erschweren. Melatonin ist ein Hormon, das eine wichtige Rolle für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus spielt. Bewusste Bildschirm-Pausen vor dem Zubettgehen können deshalb zu einer entspannteren Abendroutine beitragen.

Wenn das Handy die Freizeit beschneidet

Smartphones ermöglichen es uns, nahezu überall erreichbar zu sein. Das ist praktisch, kann aber auch dazu führen, dass die Grenzen zwischen Beruf und Freizeit verschwimmen. Schnell werden nach Feierabend noch E-Mails gelesen, Nachrichten beantwortet oder berufliche Aufgaben erledigt. Wer langfristig eine gute Work-Life-Balance erhalten möchte, sollte deshalb bewusst Grenzen setzen. Legen Sie beispielsweise Zeiten fest, in denen berufliche Nachrichten warten können, und nutzen Sie Ihre Freizeit gezielt zur Erholung.

Länger online bedeutet nicht automatisch produktiver

Mehr Erreichbarkeit und längere Arbeitszeiten führen nicht zwangsläufig zu besseren Ergebnissen. Leslie Perlow, Professorin an der Harvard Business School, untersuchte unter anderem den Zusammenhang zwischen ständiger Erreichbarkeit, Smartphonegebrauch und Arbeitsweisen. In einem Experiment mit einem Team der Boston Consulting Group wurden feste Zeiten eingeführt, in denen Mitarbeiter bewusst nicht erreichbar sein sollten. Gleichzeitig wurde der Austausch während der Arbeitszeit gefördert. Die Untersuchung zeigte, wie bewusste Auszeiten von der ständigen Erreichbarkeit dazu beitragen können, Arbeitsweisen und Zusammenarbeit im Team zu verbessern.

Offline-Zeit kann die Kreativität fördern

Es ist wohl kaum ein Zufall, dass Archimedes seinen berühmten Heureka-Moment der Überlieferung nach in der Badewanne hatte. Digitale Angebote sind hervorragend geeignet, um Informationen zu suchen, Wissen auszutauschen und mit anderen zusammenzuarbeiten. Kreative Ideen entstehen dagegen nicht unbedingt dann, wenn wir permanent auf einen Bildschirm schauen. Untersuchungen der Harvard University beschäftigten sich beispielsweise damit, welchen Einfluss die Vernetzung auf die Entwicklung und Auswahl neuer Ideen haben kann. Bewusste Offline-Zeiten können dabei helfen, Abstand vom Arbeitsalltag zu gewinnen, zur Ruhe zu kommen und den Kopf für neue Gedanken freizubekommen.

Smartphone, Tablet und Laptop gehören für die meisten von uns selbstverständlich zum Alltag. Entscheidend ist deshalb nicht, vollständig auf digitale Geräte zu verzichten, sondern bewusst mit ihnen umzugehen. Klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, regelmäßige Offline-Zeiten und eine bildschirmfreie Abendroutine können dabei helfen, mehr Raum für Erholung und eine bessere Work-Life-Balance zu schaffen.

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